Deutsche G-Judoka belegen zwei mal Platz 4 bei den World Games

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Schade, es hat zum Auftakt nicht so recht klappen wollen. Zwei mal Platz 4 – und keine Medaille  für das deutsche Team am ersten Wettkampftag  – wirkt auf den ersten Blick etwas undankbar.

Christina Wollinger aus Bayern (WK 2 ü 78 kg) sowie TimoKarmasch (NRW)  in derKönigsklasseWK 1 bis 90 kg waren am Mittwoch dieMedaillenhoffnungen der deutschen G-Judoka.

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Christina startete bereits im zweiten Kampf und war sichtlich von der ganzen Atmosphäre der Veranstaltung beeindruckt. Irgendwie konnte sie ihr Leistungsvermögen nicht abrufen. Im ersten von vier Begegnungen lag sie nach einer halben Minute bereits mitWazaari zurück. Bei einemWurfansatz geriet sie Rückenlage und fiel nach leichtem Druck ihrerGegenerin auf den Rücken. Immerhin erkämpfte sie sich kurz danach einYuko, doch bald ereilte sie dasselbe Schicksal noch einmal wie auch  in den Begegnungen zwei und drei. Somit war die Bronzemedaille nicht mehr möglich, auch der Sieg im letzten Kampf konnte nur noch den 4. Platz festigen.

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Leicht favorisiert hingegen war Timo Karmasch aus Nordrhein-Westfalen. Allerdings ist die Gewichtsklasse bis 90 kg in der WK 1 eine besondere Wettkampfklasse. Hier konnten die Zuschauer ganz besonderes Judo erleben. Und Timo begann sehr verheißungsvoll. Mindestens auf Augenhöhe, eigentlich sogar leicht überlegen, leistete er seinem Gegner aus Costa Rica einen ständigen Schlagabtausch. Für einen geschickten und sehr sehenswerten Konterwurf (Tani otoshi) bekam er sogar einen Ippon zugesprochen – dieser wurde aufgrund der Regelung, diesen Wurf im G Judo nicht anwenden zu dürfen  – leider wieder zurückgenommen. Letztendlich verlor Timo Karmasch mit einer kleine Wertung (Yuko) und war sichtlich enttäuscht. Immerhin gewann  dieser Gegner die Goldmedaille – leider nur ein schwacher Trost. Seine beiden nächsten Kämpfe verlor Timo Karmasch jeweils sehr deutlich vorzeitig mit Ippon.

Spätestens nach der Siegerehrung  gab es aber wieder glückliche Gesichter. Dabei sein ist das Wichtigste – und verbunden mit den schönen Erlebnissen dieser Reise nach Amerika für beide Judoka auch unvergesslich!2015-07-28 JudoVierstellige Seriennummer___2015-07-28 JudoVierstellige Seriennummer___Foto_11-1__OK

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Das Problem der ständigen Regeländerungen im G- Judo macht den Athleten sehr zu schaffen. Die Judoka bereiten sich durch intensives und sehr nachdrückliches Training sorgsam vor und werden dann mit neuen Regeln, kurz vor dem Turnier konfrontiert, Dieses Problem gab es bereits 2011 bei den World Games in Athen, wo der Deutsche Judoka Victor Gdowczok, genau mit der hier beschriebene Technik (Tani Otoshi) – damals durch seinen Gegner angewandt -. die Bronzemedaillie verlor und ebenfalls den 4. Platz belegte. 2011 wurde diese Technik , der Tani Otoshi (Konterwurf), von den Special Olympics gerne akzeptiert. Diesmal NICHT.

Man muss sich ernsthaft fragen : „was machen die Verantwortlichen hier mit den gehandicapten Judoka, den G- Judoka? Wer soll da noch wissen was er tun und lassen darf ? Und wie sollen die Trainer Ihre Athleten vorbereiten ?“

„Man wird ja wohl noch fragen dürfen!

von  – PeterStern